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Fragen und Antworten rund um die Leberzirrhose

 
Die siebte Telefonaktion der Initiative Lichtblicke fand am 15. November 2017 statt, und mehr als 130 Anrufer nutzten die Gelegenheit, um sich über die Leberzirrhose zu informieren. Frau Professor Elke Roeb (Gießen), Herr Dr. Rolf-Dieter Klingenberg-Noftz (Grevesmühlen) und Herr Professor Jörg Schlaak (Duisburg) sprachen zwei Stunden lang mit Betroffenen, Angehörigen und Interessierten. Hier können Sie die häufigsten Fragen zur Leberzirrhose und die Antworten unserer drei Experten nachlesen.


Welche Symptome sind typisch für eine Leberzirrhose?

Zunächst sind die Symptome sehr unspezifisch und können gerade im Anfangsstadium auch ausbleiben. Typische Anzeichen für eine geschädigte Leber sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Gewichtsverlust und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Im fortgeschrittenen Stadium können zusätzlich Komplikationen wie Gelbsucht, Wasserbauch, Varizenblutungen, also Blutungen aus Krampfadern in der Speiseröhre, und eine Hepatische Enzephalopathie (HE, auch Leber-Hirn-Störung genannt) auftreten.
 

Meine Leberwerte sind schon länger erhöht. Was muss ich mit dieser Information tun?

Falls der Hausarzt aufgrund erhöhter Leberwerte eine Gefährdung der Leber vermutet, wird dieser den Patienten meist an einen Facharzt, zum Beispiel einen Gastroenterologen oder Hepatologen, überweisen. Weitere Untersuchungen können dann helfen, die Ursache für die erhöhten Leberwerte abzuklären. Nur so kann man Gewissheit haben und, wenn nötig, entsprechend behandelt werden.
Die Abklärung der Ursache für die erhöhten Leberwerte ist wichtig, da sich Lebererkrankungen, wie zum Beispiel eine Leberzirrhose, oftmals erst spät bemerkbar machen. Sie werden häufig erst dann erkannt, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist und dramatische Komplikationen auftreten.


Bedeuten erhöhte Leberwerte automatisch auch eine Leberzirrhose?

Bei der ärztlichen Überprüfung der Leberwerte werden vor allem die Leberenzyme gemessen, die den Stoffwechsel in der Leber in Gang halten. Bei einer Schädigung der Leberzellen sind diese Enzyme vermehrt im Blut nachweisbar. So lassen sich Rückschlüsse auf die Erkrankung der Leber, wie zum Beispiel eine Fettleber oder eine Hepatitis ziehen.  
Je nachdem welche Grunderkrankung der Leber vorliegt, kann die Wahrscheinlichkeit für eine Leberzirrhose steigen. Die Leberwerte können dabei helfen herauszufinden, ob und aus welchen Gründen die Leber gefährdet ist. Die Interpretation der Leberwerte erfolgt zumeist durch einen Facharzt. Dass sich Patienten eigenverantwortlich mit der Gesundheit ihrer Leber auseinandersetzen und sich selbstständig informieren, sind dabei wichtige Bausteine, um eine Lebererkrankung frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Kürzlich wurde bei mir eine Leberfibrose diagnostiziert. Was kann ich tun, um das Fortschreiten zur Leberzirrhose zu vermeiden?

Wichtig ist, die Ursache für die Schädigung Ihrer Leber abzuklären und anschließend Ihren Lebensstil dahingehend anzupassen. Konsumieren Sie häufig Alkohol, ernähren sich ungesund oder nehmen viele Medikamente? Die Ursachen für eine Schädigung der Leber können vielfältig sein. Sie sollten nun strikt auf Alkohol verzichten, auf eine gesunde Ernährung achten und Nachsorgemaßnahmen, wie regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt, ergreifen.


Worauf kommt es bei der Behandlung einer Leberzirrhose an?

Als erstes sollte das Fortschreiten der Leberzirrhose verhindert werden. Dafür muss die Ursache der Leberzirrhose abgeklärt und anschließend die verursachenden Faktoren dringend gemieden werden.
Weiterhin sind regelmäßige Untersuchungen geboten, denn im fortgeschrittenen Stadium der Leberzirrhose kann es zu ernstzunehmenden Komplikationen, wie einer Hepatischen Enzephalopathie (Leber-Hirn-Störung), Gelbsucht, einem Wasserbauch oder Blutungen aus Krampfadern in der Speiseröhre kommen. Die Leberzirrhose selbst lässt sich nur bedingt behandeln. Eine konsequente und dauerhafte Behandlung der Symptome und Komplikationen ist daher entscheidend, da es ansonsten zu einer dramatischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommen kann; die Krankheit kann sogar tödlich enden. In der Regel wird die Therapie vom Hausarzt und/oder der Klinik festgelegt. In kritischen Fällen bleibt zuletzt die Hoffnung auf eine Lebertransplantation, denn eine Leberzirrhose ist nicht heilbar.


Kürzlich habe ich erfahren, dass ich auch eine Hepatische Enzephalopathie habe. Was ist das?

Bei der Hepatischen Enzephalopathie (HE, auch Leber-Hirn-Störung genannt) handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine geschädigte Leber verursacht wird. Denn eine kranke Leber kann schädliche Stoffe nicht mehr ausreichend abbauen, z.B. Ammoniak, welches natürlicherweise bei der Verdauung entsteht. Es gelangt dann über das Blut ins Gehirn und bewirkt dort ein Anschwellen bestimmter Zellen, was Koordination, Orientierung und Denken stark beeinträchtigen kann.

Was bedeutet die Hepatische Enzephalopathie (HE, auch Leber-Hirn-Störung genannt) für mich?

Die Hepatische Enzephalopathie, kurz HE, kann in zwei verschiedenen Verlaufsformen auftreten: Man unterscheidet eine episodische, also schubförmig verlaufende Form der HE, von einer persistierenden Form (persistieren = bestehen bleiben). Bei der persistierenden Form schreitet die Erkrankung ohne Behandlung weiter voran, und die Beschwerden nehmen zu. Bei der schubförmigen HE kann es mit jedem neuen Schub zu dauerhaften und zunehmenden geistigen Beeinträchtigungen kommen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die alle das Ziel verfolgen das giftige Ammoniak zu beseitigen. Neuen Schüben kann beispielsweise mit Rifaximin-α und/oder Lactulose vorgebeugt werden. Zur Akuttherapie wird oftmals intravenöses L-Ornithin-L-Aspartat und/oder Lactulose eingesetzt.
Typische Beschwerden im Anfangsstadium, wie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Vergesslichkeit und eine verwaschene Aussprache, werden meist nicht ernst genug genommen. Dabei sollte man schon zu diesem Zeitpunkt einen Arzt aufsuchen. In den späteren Stadien benötigen Betroffene mehr Schlaf, können orientierungslos und gefühlsleer sein. Im Endstadium kann die HE sogar zu einem Leberkoma führen. Ein früher Therapiebeginn kann jedoch das Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Wenn Sie oder Angehörige an einer Leberzirrhose leiden und eine HE vermuten, sollten Sie sich schnellstmöglich an Ihren behandelnden Arzt wenden, um Ihren Verdacht abklären zu lassen.

DE/XIF5/1017/1114a

 

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