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Telefonaktion am 23.11.2016


Fragen und Antworten rund um das Thema Leber

Am 23. November 2016 fand die fünfte kostenlose Telefonaktion der Initiative Lichtblicke statt. Zahlreiche Anrufer nutzten die Möglichkeit sich bei unseren Experten Prof. Dr. Peter Malfertheiner, PD Dr. Juergen M. Gschossmann und Dr. Andreas Leodolter zu informieren. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Telefone auch diesmal kaum stillstanden. Die am häufigsten gestellten Fragen über die Leber sowie die Antworten unserer Experten können Sie hier nachlesen.

 

Welche Aufgaben übernimmt die Leber in meinem Körper?

Die Leber ist das Kraftwerk unseres Körpers. Ein Leben ohne funktionierende Leber ist nicht möglich. Neben dem Speichern von wichtigen Nährstoffen wie Zucker, Fetten und Vitaminen ist sie bei der Verdauung beteiligt. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Entgiftung des Körpers. Sie reinigt den Körper von giftigen Stoffen wie zum Beispiel Ammoniak, der ganz natürlich beim Abbau von Eiweiß im Körper entsteht. Die Leber wandelt Ammoniak in unschädlichen Harnstoff um, der mit dem Urin ausgeschieden werden kann.

 

Bei mir wurde eine Leberzirrhose festgestellt, dabei habe ich noch nie viel Alkohol getrunken. Wie kann das sein?

Im Laufe unseres Lebens muten wir der Leber einiges zu: fettes Essen, Alkohol, Medikamente, mangelnde Bewegung oder Umweltgifte. Auch Viruserkrankungen können dauerhafte Schäden bei der Leber hinterlassen. Dass eine Leberzirrhose nicht immer im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch steht, ist vielen Menschen nicht bewusst. Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) kommt immer häufiger in der Bevölkerung vor. Auch eine NAFL kann zu einer Entzündung führen und im schlimmsten Fall zu einer Leberzirrhose, das heißt zu einer unwiderruflichen Zerstörung des Lebergewebes.

 

Welche Krankheitsanzeichen hat man bei einer Leberzirrhose?

Die Leberzirrhose verläuft in den ersten Jahren sehr häufig unbemerkt. Da die Beschwerden so unbestimmt sind, werden sie auch oft nicht in Verbindung mit der Leber gebracht. Zu Beginn kommt es oft zu Beschwerden wie Müdigkeit, abnehmender Leistungsfähigkeit, Gewichtsabnahme, Übelkeit, Erbrechen und Völlegefühl im Oberbauch. Im späteren Verlauf leiden die Patienten häufig zusätzlich unter einer Gelbfärbung der Augen und der Haut (Gelbsucht), Juckreiz, roten Äderchen auf der Haut und Rötungen der Handinnenflächen, einer Vergrößerung der Milz mit Druck unter dem linken Rippenbogen und sogenannten Lacklippen und einer Lackzunge.

 

Kann sich die Leber von Schäden erholen? Und was kann ich dazu beitragen?

Zunächst einmal müssen die Ursachen einer Leberschädigung erkannt und anschließend beseitigt werden. Mögliche Ursachen können zum Beispiel die Einnahme von leberschädigenden Medikamenten, mangelnde Bewegung und falsche Ernährung, eine Viruserkrankung oder Alkoholmissbrauch sein. Wenn die schädigenden Faktoren beseitigt werden, gibt es die Hoffnung, dass sich die Leber erholt. Im Gegensatz zu anderen Organen, können bei der Leber in manchen Fällen zerstörte Zellen über einen langen Zeitraum wieder nachwachsen. Je größer jedoch die Schädigung ist, desto geringer ist die Chance, dass sich die Leber davon erholt.

 

Meine Mutter leidet seit Jahren an einer Leberzirrhose. Nun vergisst sie sehr oft wichtige Dinge, und ihre Reaktion ist nicht mehr die gleiche wie früher. Kann das im Zusammenhang mit der Leberzirrhose stehen?

Tatsächlich können die von Ihnen genannten Beschwerden mit einer Leberschädigung bzw. einer Leberzirrhose in Zusammenhang stehen. In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen an einer Leberzirrhose, von denen wiederum 80 Prozent im Laufe ihres Lebens an einer Leber-Hirn-Störung erkranken. Darunter fallen die leichten aber auch die schweren Fälle der Leber-Hirn-Störung. Tragen Sie Sorge dafür, dass Ihre Mutter von einem Arzt gezielt darauf untersucht wird und die Verwechslung mit anderen Erkrankungen wie Demenz ausgeschlossen wird. Sie können hier mit ihr vorab einen einfachen Test machen, der auf erste Anzeichen eine Leber-Hirn-Störung hinweisen könnte.

 

Wie kann eine Leber-Hirn-Störung entstehen?

Beim Abbau von Eiweiß im Körper entsteht der giftige Stoff Ammoniak. Dieser wird von einer gesunden Leber zu unschädlichen Harnstoff umgewandelt und dann mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden. Bei einer stark geschädigten Leber funktioniert dieser Prozess nicht mehr richtig und das giftige Ammoniak gelangt in das Gehirn. Dort lässt es bestimmte Zellen anschwellen, was zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Gehirns führt: Es kommt zu einer Leber-Hirn-Störung.

 

Woran erkenne ich eine Leber-Hirn-Störung?

Die Leber-Hirn-Störung ist zu Beginn schwer zu erkennen, und wird häufig mit anderen Erkrankungen wie z. B. Demenz verwechselt. Zunächst sind die Anzeichen sehr schwach. Am Anfang sind Konzentration und Aufmerksamkeit gestört sowie Gedächtnis und Reaktionsvermögen eingeschränkt. Eine krakelige Schrift, eine unklare Aussprache und ein unsicherer Gang sind bereits stärkere Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Im Spätstadium sind die Patienten akut gefährdet und ein Krankenhausaufenthalt ist meist unvermeidlich. Es kann bis zur Bewusstlosigkeit ohne Schmerzempfinden oder Reflexe (Koma) kommen. Sprechen Sie Ihren Hausarzt gezielt auf die Leber-Hirn-Störung an.

 

Kann eine Leber-Hirn-Störung behandelt werden? Und wenn ja, wie?

Das Wichtigste ist zunächst einmal, dass die Leber-Hirn-Störung von einem Arzt erkannt wird. Denn mit jedem Schub kann es zu dauerhaften und zunehmenden geistigen Beeinträchtigungen kommen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die alle das Ziel verfolgen das giftige Ammoniak zu beseitigen. Der Einsatz von L-Ornithin-L-Aspartat unterstützt beispielsweise den Körper bei der Umwandlung von Ammoniak zu Harnstoff, der mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden wird. Die Gabe von Lactulose wiederum sorgt dafür, dass sich Bakterien im Darm ansiedeln, die Milchsäure produzieren und die ammoniakbildenden Bakterien zurückdrängen. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist der Einsatz des Wirkstoffes Rifaximin-α. Dabei handelt es sich um ein Antibiotikum, das nur im Darm wirkt und die Bakterien unter anderem reduziert, die für die Ammoniakproduktion verantwortlich sind.

 

DE/XIF5/0117/0849

Alle Aussagen zur Fettleber lassen sich auch mit folgenden Quellen belegen:
http://www.leberhilfe.org/fettleber--ash-und-nash.html│Aufgerufen am: 19.12.2016

Alle Aussagen zur Leberzirrhose lassen sich auch mit folgenden Quellen belegen:
Friedman L, Keeffe E. Handbook of liver disease 2011; Chapter 9 Cirrhosis and portal hypertension: an overview;125–37 │ Labenz J et al. Thieme Praxis Report 2014;6(8): 1-12 │ Jablonowski H. Thieme Praxis Report 2014;6(1):1-6

Alle Aussagen zur Hepatischen Enzephalopathie lassen sich auch mit folgenden Quellen belegen:
Vilstrup H et al. Hepatology. 2014; 60:715-735 │ Zhan T et al. Dtsch Ärztebl Int 2012; 109(10):180-7 │Labenz J. Z Gastroenterol 2014; 52-KG116 │ Fachinformation Hepa-Merz® Infusionslösungs-Konzentrat, Stand 01/2015 │ Fachinformation Lactulose-ratiopharm® Sirup, Stand 06/2014 │ Gebrauchsinformation XIFAXAN® 550 mg, Stand 07/2016 │ Mullen KD et al. Clin Gastroenterol Hepatol 2014; 12(8):1390-97 (89,8 % der Patienten erhielten als Begleitmedikation Lactulose)

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