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Fragen und Antworten rund um das Thema Hepatische Enzephalopathie(umgangssprachlich auch Leber-Hirn-Störung, kurz LHS)

 
Am 31. Mai fand die sechste Telefonaktion der Initiative Lichtblicke statt - und wiederum nutzten viele Anrufer die Gelegenheit, sich über die HE zu informieren. Mit Frau Professor Dr. Elke Roeb (Gießen) und Herr Professor Dr. Jörg Schlaak (Duisburg) standen Betroffenen, Angehörigen und Interessierten zwei erfahrene Ärzte zur Seite, die schon seit Jahren Patienten mit Lebererkrankungen betreuen. Hier können Sie die am häufigsten gestellten Fragen zur Hepatischen Enzephalopathie und die Antworten unserer beiden Experten nachlesen.


Was ist eine Hepatische Enzephalopathie (umgangssprachlich auch Leber-Hirn-Störung) und wie kann sie entstehen?

Bei der Hepatischen Enzephalopathie handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine geschädigte Leber verursacht wird. Dieser Zustand kann durch schwere Leberkrankheiten wie z. B. einer Zirrhose hervorgerufen werden. Dabei kann die kranke Leber den Körper nicht mehr ausreichend „entgiften“, also schädliche Stoffe abbauen. Dazu gehört unter anderem Ammoniak, welches natürlicherweise bei der Verdauung entsteht. Dies kann dann über das Blut ins Gehirn gelangen und bewirkt dort ein Anschwellen bestimmter Zellen, was eine ernsthafte Schädigung des Gehirns zur Folge haben kann.
 

Wie kann man eine Hepatische Enzephalopathie (oder auch Leber-Hirn-Störung) erkennen?

Die HE ist vor allem im Anfangsstadium nicht leicht zu erkennen, da die typischen Beschwerden wie z. B. Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen oder Müdigkeit meist nicht ernst genug genommen, oder anderen Ursachen zugeschrieben, werden. Im weiteren Verlauf können sich die Symptome verstärken, wobei die Sprache zunehmend undeutlicher und die Handschrift unleserlicher wird. Angehörige und nähere Bekannte erkennen oft als erste, dass etwas nicht stimmt. Zu diesem Zeitpunkt sollte man, vor allem wenn man mit der Leber Probleme hat, auch eine Hepatische Enzephalopathie in Betracht ziehen. Wenn Sie bei sich oder Angehörigen den Verdacht auf eine HE haben, sollten Sie sich schnell an Ihren behandelnden Hausarzt wenden.


An welchen Arzt sollte ich mich wenden, wenn ich befürchte, eine Hepatische Enzephalopathie (Leber-Hirn-Störung) zu haben?

Wenn Sie Probleme mit der Leber haben und gleichzeitig Beschwerden bemerken, die für die Hepatische Enzephalopathie typisch sind, dann sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser wird Sie dann gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen, der auf die Leber spezialisiert ist. Durch eine Reihe von verschiedenen Untersuchungen kann anschließend der Verdacht auf eine Hepatische Enzephalopathie bestätigt oder ausgeschlossen werden.


Wie funktioniert der Zahlenverbindungstest, der unter www.leber-hirn-störung.de erwähnt wird?

Der Zahlenverbindungstest kann einen ersten Hinweis auf eine Hepatische Enzephalopathie geben und besteht aus zwei Aufgaben. Zum einen sollen Zahlenfelder von 1 – 25 mit einem Stift verbunden werden; zusätzlich wird eine Schriftprobe verlangt. Wenn für die erste Aufgabe mehr als 40 Sekunden benötigt werden und die Handschrift sehr unleserlich erscheint, kann eine Hepatische Enzephalopathie vorliegen.


Bei mir wurde eine Leberzirrhose im Anfangsstadium festgestellt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Hepatischen Enzephalopathie (oder Leber-Hirn-Störung) zu erkranken?

Es ist wichtig, die Ursachen einer Zirrhose so früh wie möglich zu behandeln, da sich im fortgeschrittenem Stadium eine HE entwickeln kann. Dazu sollte zuerst abgeklärt werden, was die Ursachen der Zirrhose sind; denn diese kann z. B. infolge von übermäßigem Alkoholkonsum, falscher Ernährung oder einer Leberentzündung entstanden sein. Was auch die genaue Ursache ist – sie sollte schnellstmöglich beseitigt werden, damit das Fortschreiten der Leberzirrhose, und damit das Auftreten einer Hepatischen Enzephalopathie, verhindert werden kann.


Was sind die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Hepatischen Enzephalopathie (oder Leber-Hirn-Störung)?

Wichtig ist, die zugrundeliegende Ursache der Hepatischen Enzephalopathie (z. B. Leberzirrhose) zu behandeln und zu beseitigen. Zusätzlich muss auch versucht werden, das Ammoniak im Körper unschädlich zu machen. Dies kann durch die Gabe von Medikamenten wie Lactulose, L-Ornithin-L-Aspartat und Rifaximin erreicht werden.
Die Hepatische Enzephalopathie muss durch den Hausarzt konsequent und langfristig weiterbehandelt werden, da es ansonsten zu neuen Schüben der Krankheit kommen kann. Weitere Informationen zur Hepatischen Enzephalopathie finden Sie hier.


DE/XIF5/0717/0996

 

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