Vinaora Nivo Slider

Viele Fragen rund um die Leber-Hirn-Störung (LHS)

 

Bei unserer Telefonaktion am 6. Mai 2015 haben viele Anrufer die Möglichkeit genutzt, sich anonym und kostenfrei bei unseren Experten über die Leber-Hirn-Störung zu informieren. Prof. Dr. Dr. Manfred Gross (München), Prof. Dr. Stephan Kanzler (Schweinfurt) und Dr. Dietmar Klass (Ulm) beantworteten zahlreiche Fragen zu dieser Erkrankung, die in der medizinischen Fachsprache „Hepatische Enzephalopathie“ genannt wird. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen und Antworten.

 

Wie erkennt man eine Leber-Hirn-Störung?

Eine Leber-Hirn-Störung (LHS) ist am Anfang schwer zu erkennen. Sie kann auch mit anderen Erkrankungen verwechselt werden, zum Beispiel mit Demenz. Zu Beginn einer LHS sind die Anzeichen nur sehr schwach. Anfänglich sind Konzentration und Aufmerksamkeit gestört, Gedächtnis und Reaktionsvermögen eingeschränkt. Beschwerden wie eine verwaschene Aussprache, eine krakelige Schrift und Unsicherheit beim Gehen sind bereits stärkere Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Wenn Sie diese Beschwerden bei sich beobachten, sollten Sie Ihren Hausarzt ansprechen.

 

Wie entsteht eine Leber-Hirn-Störung?

Bestimmte Bakterien im Darm bilden einen giftigen Stoff: Ammoniak. Dieser wird von der gesunden Leber zu unschädlichem Harnstoff umgebaut. Ist die Leber aber stark geschädigt, kann sie diese Aufgabe nicht mehr erfüllen. Das giftige Ammoniak gelangt ins Gehirn und führt dort zum Anschwellen bestimmter Zellen. Das beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit des Gehirns und es kommt zur Leber-Hirn-Störung.

 

Mir ist in letzter Zeit schwindelig, wenn ich frei stehe und ich vermute, dass ich eine Leber-Hirn-Störung habe. Wie kann dies festgestellt werden?

Um eine Leber-Hirn-Störung (LHS) festzustellen, kann zunächst beim Hausarzt ein Zahlenverbindungstest gemacht und eine Schriftprobe genommen werden. Wenn der Zahlenverbindungstest nicht innerhalb einer bestimmten Zeit durchgeführt wird und die Schrift krakelig ist, können dies Anzeichen für eine LHS sein. Eine Bestimmung der Leberwerte kann eine noch genauere Diagnose liefern.

 

Gibt es eine Blutuntersuchung zur Erkennung einer Leber-Hirn-Störung?

Anhand bestimmter Leberfunktionswerte kann ein Arzt feststellen, ob eine Lebererkrankung vorliegt. Diese speziellen Leberwerte werden bei einer normalen Blutuntersuchung nicht standardmäßig bestimmt. Sprechen Sie also Ihren behandelnden Arzt gezielt darauf an, dass bei der Blutuntersuchung auch die Leberfunktionswerte bestimmt werden. Auch stark erhöhte Ammoniakwerte können auf eine Leber-Hirn-Störung (LHS) hindeuten. Zu einer Erhöhung des Ammoniakwertes kommt es häufig, wenn die so genannte Entgiftungsfunktion der Leber vermindert, das heißt die Umwandlung von schädlichem Ammoniak in ungiftigen Harnstoff gestört ist.

 

Ich habe eine Leberzirrhose und seit kurzem merke ich, dass ich Konzentrationsschwierigkeiten und einen unsicheren Gang habe. Sind das Anzeichen für eine Leber- Hirn-Störung?

Das können Anzeichen für eine Leber-Hirn-Störung (LHS) sein. Lassen Sie sich am besten von einem Internisten oder Gastroenterologen untersuchen. Diese Experten können unter anderem anhand Ihrer Leberwerte feststellen, ob Sie an einer LHS leiden.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen