Vinaora Nivo Slider

Wir wissen, dass es schwierig ist, über eine Erkrankung wie die Leber-Hirn-Störung zu sprechen. Doch es ist wichtig zu zeigen, dass niemand mit dieser Krankheit allein ist. Daher freuen wir uns sehr, dass wir mit Dieter P., Helmut S. und Manfred D. drei Betroffene gefunden haben, die ihre Geschichte mit uns teilen.

 

„Aktiv bleiben ist wichtig“

Helmut S. meistert sein Leben mit einer Leber-Hirn-Störung

 


patienten.g.1„Ich muss immer etwas zu tun haben“, fasst Helmut S. sein Erfolgsrezept zusammen. Mit Gartenarbeit hält sich der 64-Jährige trotz seiner Lebererkrankung auch weiterhin aktiv und fit. Vor kurzem hat der frühere Medizintechniker sogar noch den eigenen Umzug gestemmt – von Leipzig ins Rhein-Main-Gebiet, um in der Nähe der Tochter zu sein.
 
Daran wäre vor einem Jahr nicht zu denken gewesen, denn zu dieser Zeit trat bei ihm die Leber-Hirn-Störung zum ersten Mal auf. Obwohl schlechte Leberwerte bei Helmut S. schon ein halbes Jahr vorher festgestellt wurden, kam die Leber-Hirn-Störung wie ein Schock. Im Hausflur zusammengebrochen, wurde er sofort auf die Intensivstation gebracht und lag zunächst im Koma. Für seine Frau Ingrid und ihre Tochter war das ein schlimmes Erlebnis: „Wir wussten ja gar nicht, was los war, am Abend vorher war noch alles ganz normal.“

 

Hirnschädigung durch Leberzirrhose


Die Situation klärte sich dann: Bei ihrem Mann war bedingt durch eine Leberzirrhose auch das Gehirn geschädigt worden, so dass er bewusstlos wurde und die Situation zunächst sehr dramatisch aussah. „Auch die nächsten Monate waren eine ganz schlimme Zeit“, berichtet Ingrid S., „eine Woche zu Hause, dann wieder eine Woche im Krankenhaus, ungefähr so war das ein Vierteljahr lang“. Es war immer das gleiche: Am Abend vorher ging ihr Mann ohne Krankheitsanzeichen ins Bett, am nächsten Morgen wachte er nicht auf, ließ sich nicht wecken und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. „Er lag da und hat überhaupt nicht reagiert. Und da habe ich dann immer den Notarzt gerufen. Irgendwann haben mir die Sanitäter unterstellt, dass ich mit der Pflege meines Mannes überfordert sei. Dabei brauchte er gar keine Pflege, er hatte nur immer wieder diese Schübe!“


Verwaschene Sprache? Wortfindungsstörungen? – Sofort zum Arzt!


patienten.g.zahlenverbindungstest.01Immer wieder kehrende Schübe sind typisch für die Leber-Hirn-Störung, ebenso wie tiefe Müdigkeit, ein extremes Schlafbedürfnis, mangelnde Konzentration und langsame Reaktionszeit. Als Ehefrau kennt Ingrid S. ihren Mann natürlich genau und hat noch etwas anderes beobachtet: „Wenn er einen Schub hatte, konnte er nicht mehr die richtigen Wörter finden. Da kam dann oft so ein Satz von ihm: `Das ist doch ganz einfach, nun mach doch mal!` Wenn er das sagte, wusste ich, dass er nicht ausdrücken konnte, was er eigentlich wollte.“ So sind es oft die Angehörigen, die die ersten kleinen Anzeichen richtig deuten können, wie z.B. eine verwascheneSprache, Verwirrtheit oder Vergesslichkeit.
 
Der Betroffene oder die Angehörigen sollten den Arzt unbedingt auf solche Verhaltensänderungen ansprechen - vor allem dann, wenn schlechte Leberwerte bekannt sind oder eine Leberzirrhose besteht. Manchmal wird die Leberzirrhose auch erst durch die Hirnstörung erkannt – das macht es umso wichtiger, Auffälligkeiten mit dem Arzt zu besprechen.
Der Arzt kann dann einfache Tests, wie z.B. den Zahlen-Verbindungstest machen, um eine mögliche Hirnstörung zu erkennen. Je früher die Leber-Hirn-Störung festgestellt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Die Behandlung ist mittlerweile sehr zuverlässig und verträglich. Ein wichtiges Medikament wurde gerade erst für diese Erkrankung zugelassen. Seitdem Helmut S. das bekommt, geht es ihm wesentlich besser. Während er vorher zehn bis zwölf Schübe in einem halben Jahr hatte, hatte er in den letzten sechs Monaten nur noch einen.

 

Nicht nur Alkoholiker bekommen eine Leberzirrhose

 

patienten.g.4„Leberzirrhose – da denkt jeder an Alkoholismus und man ist sofort abgestempelt“, beklagt seine Ehefrau den Umgang mit der Krankheit, sogar bei manchen Medizinern. „Die Ärzte wollten meinen Mann gleich zu einer Entziehungskur schicken.“ Doch Alkohol ist nur etwa in der Hälfte aller Fälle die Ursache für eine Leberzirrhose. Bei Helmut S. hat vermutlich etwas völlig anderes die Leber kaputt gemacht: nämlich Quecksilber. Das giftige Schwermetall hatte der ehemalige Medizintechniker über Jahre hinweg als Dämpfe eingeatmet. „Wir haben in der DDR Medizingeräte entsorgt. Wenn wir die kaputten, quecksilberhaltigen Geräte im Auto hatten, schwappte das Gift in den Kofferraum, in jede Ritze. Und niemand hat sich darüber Gedanken gemacht.“ Außer Umweltgiften, wie im Fall von  Helmut S., kann beispielsweise auch eine Hepatitis die Leber so schädigen, dass sich viele Jahre später eine Leberzirrhose und damit auch eine Leber-Hirn-Störung entwickeln kann.  
Helmut S. ist froh, dass er mit dem Medikament fast keine weiteren Schübe der Leber-Hirn-Störung hatte. Und daneben ist Arbeit für ihn das beste Mittel, rundum fit zu bleiben: „Wenn ich mich wohlfühle, kann ich alles machen. Und wenn ich Lust habe, dann schneide ich eben bei meiner Tochter im Garten die Hecke. Ich muss ja nicht alles an einem Tag schneiden!“

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen