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Von Aufmerksamkeitsstörungen bis zum Koma

 

Bezüglich der Schwere wird eine minimale von einer manifesten HE unterschieden. Während sich eine minimale HE durch leichte subklinische Erscheinungen auszeichnet, sind die Symptome bei einer manifesten HE offensichtlich und können bis zum Koma reichen. Etwa 30 bis 45 Prozent aller Zirrhose-Patienten entwickeln eine manifeste HE. Geht man von 1 bis 1,5 Millionen Menschen mit Leberzirrhose in Deutschland aus, würde dies 300.000 bis 450.000 Betroffenen entsprechen.

Anhand der Ausprägung der Symptome und Befunde aus psychometrischen Tests wird die HE entsprechend der West-Haven-Kriterien in fünf Stadien eingeteilt:

 

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Minimale HE

Patienten mit einer minimalen HE (MHE) zeigen zwar bei einer klinisch-neurologischen Untersuchung keine Symptome, weisen jedoch in neuropsychologischen Tests Defizite auf. Betroffen sind vor allem die Aufmerksamkeit, visuell-räumliche Wahrnehmung, Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, psychomotorische Funktionen, Feinmotorik und Kurzzeitgedächtnis. Diese Beeinträchtigungen können bereits erheblich die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Patienten einschränken. Zudem kann die Fähigkeit zum Führen eines Autos eingeschränkt sein. So können Probleme beim Spurhalten, eine verlängerte Reaktionszeit und eine erniedrigte Stresstoleranz auftreten. Patienten mit MHE sind außerdem gefährdet, öfter eine episodische HE zu entwickeln.5

 

Manifeste HE

Manifeste Formen (Grad 1 bis 4 der HE) schränken nicht nur die Lebensqualität ein, sondern korrelieren auch mit der Langzeitprognose: So leben ein Jahr nach einer ersten manifesten HE-Episode noch durchschnittlich 42 Prozent der Patienten, nach drei Jahren nur noch 23 Prozent. Patienten mit Grad zwei bis vier sollten in ein Krankenhaus eingewiesen werden, da eine rasche lebensbedrohliche Verschlechterung des Zustands möglich ist.

 


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2 Bajaj, J.S.; Aliment Pharmacol Ther, 2010; 31(5): 537-47.
3 Friedman, L., & Keeffe, E., Handbook of liver disease. Chapter 13 Hepatic encephalopathy.
4 Ferenci, P., et al. Hepatology, 2002; 35: 761-21.
5Zhan T, Stremmel W: The diagnosis and treatment of minimal hepatic encephalopathy. Dtsch Ärztebl Int 2012; 109(10): 180-7.
6 Jepsen, P., et al. Hepatology, 2010; 51(5): 1675-82.
7 Bajaj, J.S., et al Gastroenterology 2010; 138:2332-2340.
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