Bedeutung der Prophylaxe bei Hepatischer Enzephalopathie:

 

Drei Fragen an Prof. Dr. med. Joachim Labenz

 

1. Warum ist eine Dauerprophylaxe für Patienten mit Hepatischer Enzephalopathie so wichtig?

>Die Hepatische Enzephalopathie (HE)ist eine häufige Komplikation der Leberzirrhose und ist ein Prädiktor für eine besonders schwere Form der Leberzirrhose. Innerhalb eines Monats nach Diagnose versterben 45 Prozent aller nichtbehandelten Patienten mit alkoholbedingter Leberzirrhose, die zusätzlich zu anderen Komplikationen noch eine HE aufweisen. Nach einem Jahr sind es 64 Prozent, nach fünf Jahren 85 Prozent1. Rezidivierende HE-Episoden können zu bleibenden Hirnschäden führen, so dass es zu kumulierten kognitiven Defiziten kommt. Bereits in frühen Erkrankungsstadien verlieren die Patienten immer mehr ihre Alltagstauglichkeit, und die Lebensqualität sinkt. Das Risiko, dass sich aus einer minimalen eine manifeste HE entwickelt, ist hoch. Deshalb ist es wichtig, nach einem Klinikaufenthalt eine dauerhafte Rezidivprophylaxe einzuleiten – betreut durch die Hausarztpraxis. Noch besser wäre es, das Augenmerk bereits auf frühere Krankheitsstadien zu lenken, damit man schon eher therapeutisch eingreifen kann.

 

 

2. Welche Medikamente eignen sich gut für die Dauerprophylaxe?

 

3. Rifaximin-α ist ein Antibiotikum. Ist das für die Daueranwendung wirklich geeignet?

 

Wie bei allen chronischen Erkrankungen ist die Therapieadhärenz des Patienten bedeutsam für den Erfolg der gewählten Behandlung. Als Dauertherapie sollte deshalb ein Medikament gewählt werden, das möglichst gut verträglich ist. Für die HE stehen zur Rezidivprophylaxe das nicht-resorbierbare, aber laxierend wirkende Disaccharid Lactulose und das darmselektive, praktisch nicht-resorbierbare Antibiotikum Rifaximin-α zur Verfügung. Es ist seit 2013 in der Indikation HE zugelassen, und Studien haben gezeigt, dass aufgrund der guten Langzeitverträglichkeit mehr als 90 Prozent der Patienten eine hohe Therapietreue aufweisen.

 

Es ist ein bakterizid wirkendes Arzneimittel der Rifamycin-Klasse, das nur im Darm wirkt und praktisch nicht resorbiert wird, genauer gesagt weniger als ein Prozent. Das Spektrum der antimikrobiellen Aktivität von Rifaximin-α ist breit und schließt auch ammoniakbildende Spezies mit ein. Zwar entwickeln sich gegen Rifaximin-α resistente Stämme, diese sind jedoch instabil und nicht fähig, den Gastrointestinaltrakt zu besiedeln oder Rifaximin-sensitive Stämme zu verdrängen2. Das bedeutet für die praktische Anwendung: keine Angst vor einem längeren Einsatz dieses Antibiotikums zur Prophylaxe von HE-Episoden.

1 Jepsen P et al. Hepatology 2010 51(5)1675-82 2Fachinformation XIFAXAN® 550mg 07/2016 DE/XIF5/0217/0869
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